Gefahr der Lebensmittelvergiftung
Gammelschnitzel an Kollegen verteilt
Kreis Mettmann / Düsseldorf - Ein Lebensmittelskandal sondersgleichen ereignete sich in der letzten Woche und erschütterte die Kreispolizeibehörde. Während viele Kolleginnen und Kollegen Mettmanner Polizei die Feiern am Rande des Deutschlandspieles gegen Australien sicherten, wurden sie durch eine Düsseldorfer Cateringfirma mit vergammelten Lebensmitteln versorgt.
Bekanntlich werden Polizeibedienstete bei geschlossenen Einsätzen, die über Stunden andauern, amtlich und unentgeltlich verpflegt (wie es im Amtsdeutsch heißt), da sie sich aufgrund der
Einsatzwahrnehmung nicht selbst verpflegen können.
Für diese Fälle hat das LZPD (Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste) eine landesweite Ausschreibung getätigt, da die polizeilichen Kantinen von der Politik zuvor geschlossen worden
waren.
Verschiedene private Caterer hatten sich an dem Verfahren beteiligt und für den Bereich der KPB Mettmann hatte ein Düsseldorfer Caterer das Los-Verfahren und somit den Zuschlag gewonnen.
Während es bei vergangenen Einsätzen immer mal wieder Grund zur Klagen gab, (die Brötchen waren nicht oder nur mangelhaft belegt etc.), war die Verpflegung beim WM–Einsatz zum Spiel Deutschland
gegen Australien eine Katastrophe und birgt eine erhebliche Gesundheitsgefährdung der eingesetzten Polizeikräfte.
Die Schnitzel waren für den Verzehr nicht geeignet
Die Schnitzel (Mindesthaltbarkeitsdatum: 16.06.2010) waren in Folie eingeschweißt. Auf den Schnitzeln lagen die Senfpäckchen, die zuvor offensichtlich ohne ausreichender hygienischer
Achtsamkeit darauf gelegt wurden. Unterhalb der Folie sammelten sich Bakterien.
Als Resultat die Schnitzel waren VERSCHIMMELT.
Die Schnitzel wurden gesichert, fotografiert und vom Beauftragten für Arbeitssicherheit dem Hygieneinstitut in Mettmann zur Überprüfung übergeben.
Hierbei wurde festgestellt, dass die Schnitzel mit Schimmelpilzmycelen und -sporen befallen waren und sich außerdem Kondenswasser abgelagert hatte.
Von den insgesamt 10 sichergestellten Schnitzeln wurden 9 als "für den verzehr ungeeignet" eingestuft.
Die ersten Fälle von Magen-Darminfekten melden sich schon beim Personalrat in Mettmann.
Es kann nicht sein, dass so sorglos mit der Gesundheit unserer Kollegen umgegangen und Erkrankungen der Kollegen in Kauf genommen wird.
Wir haben schon jetzt zu wenig Personal (die jetzt aufgrund der Lage schon vermehrt Überstunden leisten müssen).
Wir können es uns nicht erlauben, unsere Einsatzkräfte auch noch durch schädliche Lebensmittelkontermination
zu dezimieren.
Daher hat die Kreispolizeibehörde Mettmann inzwischen eine Strafanzeige gegen den verantwortlichen Caterer erstattet.
Die Vorwürfe lauten auf einen Verstoß gegen das LMB-G und Körperverletzung zum Nachteil der Kollegen.
Das Problem ist tiefgreifender
Die Deutsche Polizeigewerkschaft konnte zwischenzeitlich ermitteln, dass der betroffene Caterer, die Fa. M. aus Düsseldorf, bei dem Ausschreibungsverfahren der LZPD als Sieger hervorgegangen ist,
obwohl nach Angaben der Verwaltung deren Angebot teurer gewesen sein soll, als der vorherige Verpflegungslieferant, mit dem die Polizei bisher hoch zufrieden war.
Die DPolG fragt daher:
- wie kann man unter diesen Bedingungen ein Ausschreibungsverfahren gewinnen?
- ist nur das gut, was auch wirklich viel kostet?
- wer überprüft denn dieses Ausschreibungsverfahren überhaupt?
- wer ist für diese unverantwortliche Verschwendung von Steuergeldern verantwortlich?
Links
Rheinische Post - Verschimmelte Schnitzel verteilt
Westdeutsche Zeitung - Polizisten bekommen Ekel-Schnitzel serviert
Express - Skandal bei Sondereinsatz
Rheinische Post - Veterinäramt prüft Schimmelschnitzel
Express - Wieder Schimmelschnitzel



